Cyber-Security 2026: Was Unternehmen wirklich beschäftigen wird
Aus unserer Praxis
2025 war kein Jahr der grossen neuen Trends.
Es war ein Jahr, in dem sich vieles zugespitzt hat.
Was wir in Kundenprojekten gesehen haben, war selten spektakulär, aber oft kritisch: fehlende Ressourcen, gewachsene Komplexität, unterschätzte Abhängigkeiten. Und immer häufiger die Erkenntnis, dass klassische Sicherheitsansätze allein nicht mehr ausreichen.
Dieser Beitrag ist keine Trendprognose aus Studien. Er basiert auf dem, was wir heute in Projekten sehen und was sich 2026 weiter verschärfen wird.
Rückblick 2025: Was sich bestätigt hat und was überrascht
Ein zentrales Muster hat sich 2025 klar gezeigt: Umstrukturierungen führen zu Abgängen von IT- und Cyber-Fachpersonal und diese Lücken lassen sich nicht kurzfristig schliessen.
Gleichzeitig wurde deutlich unterschätzt, wie schnell aus vermeintlich kleinen Vorhaben komplexe, zeitaufwändige Projekte werden können. Insbesondere dann, wenn fachliche Führung oder klare Zuständigkeiten fehlen.
Parallel dazu haben wir eine deutliche Zunahme erfolgreicher Cyberangriffe gesehen, weltweit, aber auch in der Schweiz. Entsprechend stark rückten Themen wie Incident Response und Recovery in den Fokus. Nicht als theoretisches Konzept, sondern als akuter Handlungsbedarf.
1. Recovery & Resilienz statt reiner Prävention
Prävention bleibt wichtig, aber sie reicht nicht mehr aus.
2025 haben wir mehrfach Situationen erlebt, in denen trotz vorhandener Schutzmassnahmen Systeme kompromittiert wurden. Entscheidend war dann nicht, ob etwas passiert ist, sondern wie gut Unternehmen vorbereitet waren, wenn es passiert.
Was den Unterschied gemacht hat
Der Unterschied zwischen «nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig» und «wochenlang eingeschränkt» lag selten an einzelnen Tools, sondern an:
- klaren Incident-Response-Prozessen
- trainierten Disaster-Recovery-Plänen
- vorbereiteten Entscheidungswegen
- einer realistischen Einschätzung der eigenen Abhängigkeiten
Was Unternehmen 2026 vorbereiten sollten
Ganz pragmatisch
- Incident-Response-Prozesse definieren und einüben
- Disaster-Recovery-Pläne erstellen und testen
- Fachwissen sichern: intern aufbauen oder gezielt mit spezialisierten Partnern arbeiten
Resilienz entsteht nicht im Ernstfall, sondern davor.
2. Fachkräftemangel: Managed Services & Automatisierung werden Realität
Der Fachkräftemangel ist kein Zukunftsthema mehr, er ist Alltag.
In vielen Organisationen sind heute nur noch Teilbereiche der IT wirklich tief abgedeckt. Netzwerk-, Cloud- und Security-Spezialisten fehlen häufig. Die Folge: IT-Teams agieren reaktiv, sichern den Betrieb, aber die strategische Weiterentwicklung bleibt liegen.
Was Unternehmen realistisch nicht mehr selbst leisten sollten
2026 sehen wir klar, dass folgende Themen kaum noch vollständig intern abgedeckt werden können:
- Incident Response & Forensik
- Vulnerability Management
- Remote Access & weltweite Vernetzung (WAN)
- Secure Access Service Edge (SASE)- und Zero-Trust-Betrieb
Wo Managed Services wirklich helfen und wo nicht
Aus der Praxis zeigt sich:
- Full-Outsourcing ist für viele Unternehmen nicht realistisch oder gewünscht
- Geteilte Betriebsmodelle zwischen Kunde und Partner funktionieren am besten
- Automatisierung ist sinnvoll, wenn Business-Nutzen und Investition im Gleichgewicht stehen
Automatisierung kennt technisch kaum Grenzen, organisatorisch und wirtschaftlich sehr wohl.
3. Zero Trust & SASE: Vom Projekt zur Betriebsvoraussetzung
2025 war das Jahr, in dem SASE und Zero Trust in vielen Projekten vom «Nice-to-have» zur Notwendigkeit wurden.
Wann SASE zwingend wird
- bei Konsolidierung von Netzwerk- und Security-Komponenten
- bei schnellem Unternehmenswachstum oder Standorterweiterungen
- wenn Vernetzung und Sicherheit zu komplex und unübersichtlich werden
Typische Fehler aus der Praxis
- Multivendor-Ansätze, die neue Silos schaffen
- historisch gewachsene, schlecht dokumentierte Netzwerke
- falsche Erwartungen an «schnelle» Zero-Trust-Einführungen
2026 wird klar: SASE ist kein Projekt, sondern eine Betriebsform.
Damit zeigt sich:
Nicht komplexe Exploits dominieren, sondern alltägliche, vermeidbare Schwachstellen.
4. Awareness: Kein Training, sondern ein gelebter Prozess
Awareness wirkt dann, wenn sie nicht als Pflichtübung wahrgenommen wird.
In Projekten erkennen wir wirksame Awareness daran, dass sie:
- im Alltag verankert ist
- von Geschäftsleitung und Führungskräften vorgelebt wird
- klare Meldewege und Prozesse hat
Einmal pro Jahr ein E-Learning zu absolvieren reicht nicht mehr. 2026 braucht es laufende, integrierte Awareness-Prozesse, die mit der Organisation mitwachsen.
5. KI: Governance vor Produktivität
Die Erfahrungen aus Projekten unserer Consultants: KI ist längst Teil des Unternehmensalltags, oft ungeplant.
Wo KI heute bereits eingesetzt wird
- Microsoft Copilot & M365
- ERP-Systeme wie SAP
- SOCs mit KI-basierter Anomalie-Erkennung
- Asset- & Ticket-Systeme
- Transkriptions- und Übersetzungslösungen (auch mit Schweizer Dialekten)
Parallel dazu sehen wir Shadow-IT und Eigenentwicklungen, etwa im HR-Umfeld, bei denen sensible Daten ohne ausreichende Governance verarbeitet wurden, mit teils gravierenden Datenschutzrisiken.
Die grössten Risiken
- Unbewusste Verarbeitung sensibler Daten
- Unklare Speicherorte und Aufbewahrungsdauer
- Nutzung von Daten für Modelltraining ohne Kontrolle
- Prompt Injection und Datenabfluss
- Fehlende Transparenz, wer Modelle kontrolliert und trainiert
Der wichtigste erste Schritt für 2026
KI-Governance darf Innovation nicht bremsen, sondern lenken.
Ein sinnvoller Einstieg ist:
- klare Regeln, welche Daten wofür genutzt werden dürfen
- Transparenz über eingesetzte KI-Tools
- Bewusstsein bei Mitarbeitenden schaffen
- Risiken bewusst eingehen, statt unkontrolliert
Nur so wird aus KI langfristig echte Produktivität.
Inseya-Fokus 2026: bewusst & ehrlich
Worauf wir uns fokussieren:
- KI-Sicherheit & KI-Governance
- KI-Ausbildung & Sensibilisierung
- Azure- & M365-Compliance
- SASE & Zero Trust
Innovation war für uns von Beginn an zentral und bleibt es auch 2026.
Worauf wir bewusst verzichten
- Silo-Lösungen im Security-Betrieb
- Einmal-Projekte ohne Betriebsperspektive
- Security «nur fürs Audit»
Ein Rat für 2026
Prävention in Sicherheitsverfahren und Lösungen ist günstiger und stressfreier als unkontrollierte Interventionen.
Weiterführende Inhalte
- Praxisbeispiel: SASE-Einführung bei der Bank Avera
- Vertiefende Infos zum Zero Trust-Ansatz
- Security Awareness als Prozess im Unternehmen
- Incident Readiness & SOC-Services für nachhaltige Resilienz
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